Kabelbinder sind selbstklemmende Befestigungselemente für das einfache und schnelle Fixieren von Kabeln und Binden von Kabelbäumen. Die meisten Arten von Kabelbindern werden aus Polyamid gefertigt, einem Kunststoff, der auch als Nylon bekannt ist. Es gibt aber auch Sonderausführungen des Kabelbinders, zum Beispiel solche aus Metall oder Polyurethan sowie aus mehreren Komponenten zusammengesetzte Formen.
Der Stoff, der Kabel bändigt
Bei den ersten Kabelbindern wurde 1958 PVC eingesetzt. Diesen gesundheitlich problematischen und insbesondere bei Bränden gefährlichen Kunststoff begann man aber bereits zehn Jahre später zu ersetzen, da er relativ schnell altert und versprödet. Im Gegensatz zu PVC ist Polyamid aber hygroskopisch, das heißt, es hat eine größere Neigung Wasser einzulagern. Um die Haltbarkeit und Elastizität von Kabelbindern aus Polyamid bei der Lagerung zu erhalten, wird daher manchmal empfohlen die Binder, in einer geöffneten Verpackung, mit ein paar Tropfen Wasser feucht zu halten.
So hält er die Kabel zusammen
Die gängigste Variante des Kabelbinders ist ein einteiliges Kunststoffband mit einem Verschluss an einem Ende. Der größte Teil des Bandes ist einseitig verzahnt und eine Zunge im Verschluss klinkt sich in diese Verzahnung ein, wenn das freie Ende durch den Verschluss gezogen wird. Hierdurch bildet sich eine Schlaufe, die sich nur durch das Zerstören des Bandes, oder durch Entriegeln der Zunge mit einer Nadel oder einem feinen Schraubenzieher, wieder öffnen lässt.
Andere Formen von Kabelbindern
Neben dieser Standardform des Kabelbinders werden auch Varianten angeboten, die mehrfache Verwendung gedacht sind und mit einer Entriegelung oder einem anders gearteten Verschluss versehen sind, der sich wieder öffnen lässt.
Für den Einsatz unter besonderen klimatischen Bedingungen oder auch im Freien, wird neben speziellen Polyamiden auch Edelstahl für die Herstellung von Kabelbindern verwendet. Mit Polyamiden ist eine Hitzebeständigkeit bis 145 Grad Celsius erreichbar.
Hochelastische Kabelbinder werden aus Polyurethan gefertigt und auch im Gartenbau verwendet, da sie aufgrund ihrer Dehnbarkeit keine Pflanzenteile abschnüren. Binder aus Polyurethan sind mehr für das schnelle und kurzzeitige befestigen und fixieren gedacht als für das dauerhafte Verbinden von Kabelsträngen.
Erweiterungen des einfachen Kabelbinders
Neben Kabelbindern, die eine einfache Schlaufe bilden, werden auch Binder mit doppeltem Verschluss angeboten. Mit solchen Kabelbindern lassen sich zwei Kabelbäume gleichzeitig binden und verbinden, oder ein Kabelbaum zusammenhalten und mit der zweiten Schlaufe an einer Halterung, beispielsweise einem Kabelkanal, befestigen.
Die Befestigung des Kabelbaums ist auch mit speziellen Kabelbindern möglich, die ein extra für diesen Zweck vorgesehenes Befestigungselement besitzen. Das kann zum Beispiel eine angespritzte Fläche sein, die mit einem doppelseitigen Klebestreifen versehen ist und auf eine glatte Fläche geklebt werden kann. Diese Befestigungen sind aber nur für leichte Kabel geeignet die keiner mechanischen Belastung ausgesetzt sind. Außerdem ist es für die Haltbarkeit einer solchen Verklebung wichtig, dass die Klebestelle bei der Montage mindestens 60 Sekunden zusammengepresst wird.
Für die Kennzeichnung von Kabeln, Kabelbäumen und anderen Gegenständen sind Formen des Kabelbinders gedacht, die ein Beschriftungsfeld besitzen. Diese können entweder lose angebracht, oder wie normale Kabelbinder zum Zusammenfassen oder Befestigen von Leitungen verwendetet werden.